German Philharmonic Big Band
Die German Philharmonic Big Band ist ein Projektorchester, das aus Mitgliedern
des Gewandhausorchesters, aber auch anderer sinfonischer Orchester und Jazzmusikern
aus Sachsen besteht. Unter der Leitung von Eberhard Weise werden mehrmals im
Jahr unterschiedliche Programme einstudiert. Die Liebe zum Jazz eint diese Musiker.
Namhafte Solisten und Gastdirigenten garantieren eine große Vielseitigkeit.
Konzept
Die German Philharmonic Big Band ist ein Projektorchester. Somit studiert in
einer Probenphase eine nicht wechselnde Besetzung ein einzelnes Programm, welches
anschließend dem Publikum dargebracht wird. Dabei hat jedes Programm Uraufführungscharakter,
das heißt es kommen einige eigens für dieses Konzert geschriebene
Werke und Arrangements zu Gehör. Deshalb sind auch nur zwei bis drei Programme,
editions genannt, je Saison möglich. Den Stamm der Besetzung wird von Musikern
des Gewandhausorchesters gebildet, ergänzt durch Kollegen anderer Sinfonieorchester,
wie z. B. des MDR, und durch Musiker der Leipziger und Sachsens Jazzszene. Der
Rückgriff auf das Instrumentarium des Sinfonieorchesters erlaubt dabei
schier unbegrenzte Klangfarben. Das macht die Besonderheit der German Philharmonic
Big Band aus.
Besonders wichtig ist dabei der musikalische Leiter. Für diese Aufgabe
konnte Eberhard Weise gewonnen werden, ehemals Chefdirigent und Arrangeur des
Rundfunktanzorchesters Leipzig. Er verleiht dem Orchester stilistische Präzision,
und prägt es durch seine Kompositionen und Arrangements. Wechselnde Solisten
und Gastdirigenten, die für die einzelnen Konzerte ausgewählt werden,
garantieren eine große thematische Vielfalt.
So versinnbildlicht die Zusammenführung von Musikern unterschiedlicher
Orchester und verschiedener musikalischer Herkunft die Überwindung von
Grenzen nicht nur der einzelnen Musikgenres, sondern mehr noch zwischen den
Menschen ganz allgemein.
Entstehung
"Es ist schon bemerkenswert: in Zeiten, in denen zahlreiche kulturelle
Einrichtungen von Einsparungen betroffen sind, wird in Leipzig ohne jede staatliche
Unterstützung ein Orchester gegründet - die German Philharmonic Big
Band" - das schrieb kein geringerer als der Präsident des Deutschen
Bundestages, Wolfgang Thierse, anläßlich des ersten Konzerts der
German Philharmonic Big Band am 15. Februar 2003 im Großen Saal des Gewandhauses
zu Leipzig.
Doch um diese Geburt eines neuen Klangkörpers möglich zu machen bedurfte
es vieler vorheriger Gedanken und Vorbereitungen. Begonnen hat alles im Oktober
2001: in einer Bar in Chicago. Zu diesem Zeitpunkt tourte das Gewandhausorchester
quer durch die USA, und konzertierte eben gerade in Chicago. Eine solche Reise
bietet die Möglichkeit in ungezwungener Atmosphäre Gedanken auszutauschen,
und so trafen sich nach dem Konzert Thomas Stahr (Bassist), Otmar Strobel (Soloposaunist),
Rainhard Leuscher (stellvertretender Solobassist) und Frank Schneider (Orchestermanager)
in einer Bar. Die drei Musiker, die eine große Affinität zum Jazz
besitzen, wußten um den beruflichen Hintergrund ihres Orchestermanagers:
als Recording Producer hatte Frank Schneider mehr als ein Jahrzehnt mit der
WDR Big Band und der RIAS Big Band gearbeitet, den beiden bedeutendsten Ensembles
dieser Art in Deutschland. In dieser Zeit lernte er die "großen"
des Jazz kennen, Kontakte, die die Gründung eines Jazzorchesters erst möglich
machen.
Während dieser ersten Gespräche stellte sich heraus, dass viele der
Gewandhausmusiker gerne auf hohem Niveau in einer Big Band Jazz spielen würden,
und einige von ihnen bereits über entsprechende Spielpraxis verfügten.
So ist Thomas Stahr, studierter Jazzbassist, weit über die Grenzen Sachsen
als solcher bekannt. Zuhause in Leipzig wurde weiter diskutiert, bis schließlich
das Konzept stand, und nachdem im Sommer 2002 ein Namen gefunden war stand der
Gründung durch Frank Schneider nichts mehr im Wege.
Das erste Konzert konnte im Herbst 2002 der Öffentlichkeit angekündigt
werden. Nach einer Pressekonferenz im Gewandhaus, die erstmalig durch Livemusik
von Mitgliedern der German Philharmonic Big Band mit gestaltet wurde, und Berichten
in der Leipziger Volkszeitung, wurde ein überwältigendes Interesse
an diesem Orchester sichtbar: am ersten Verkaufstag wurden weit mehr als 300
Karten von Jazzliebhabern an der Ticketkasse des Gewandhauses geordert, und
wenige Wochen später war das Konzert ausverkauft.
Editions
Edition steht für die Einzigartigkeit der Programme. Diese werden erstmalig
im Großen Saal des Gewandhauses zu Leipzig aufgeführt. Zwei Editions
im Jahr werden präsentiert. Damit erhalten die CD-Veröffentlichungen
der Konzerte Sammlerwert.
edition.one SWING LATIN ROCK
edition.two TROMBONES UNLIMITED
edition. three SWING UND BALLADEN